26.08.2009 | Alter: 2 yrs
| Von: Andreas Kerstan
Wer aber glaubt, daß alles nur auf ein wenig Pech zurückzuführen ist, der schaut ein wenig kurzsichtig auf die internationale Entwicklung. Spätestens seit Sjef Janssen wird das Unternehmen Dressur-Championat in den Niederlanden bestens durchgeplant: schon lange hat sich die KWPN-Zucht international verstärkt, dazu kommen Mäzene, die international Pferde einkaufen und die Top-Reiter beritten machen. Dazu kommt frühzeitige Sichtung, Förderung des Nachwuchses und beständige Konkurrenz auch innerhalb der Equipe-Reiter, die es möglich gemacht haben, daß die Niederlande in diesem Jahr mit zwei Gold-Equipen hätten an den Start gehen können.
Fest steht aber auch, daß die Niederlande nicht die einzigen bleiben, die Deutschland in Zukunft ernsthaft Konkurrenz machen wollen: Schweden und Dänemark, Großbritannien und Spanien gehen ähnlich proferssionelle Wege im Kampf um Championats-Ehren - ganz zu Schweigen von den USA, die mit Steffen Seidel beim Weltcup-Finale deutlich aufhorchen liessen.
In Deutschland hilft es jetzt nicht, lange in Wehklagen zu verfallen - die Bronzemedaille hat die deutsche Equipe gewonnen und nicht Gold verloren. Wenn es aber auch in Zukunft für deutsche Equipen zu Edelmetall reichen soll, dann ist jetzt entschlossenes Handeln gefordert:
- die hervorragenden Wettbewerbe für junge Reiter (Piaff-Förderpreis) und junge Pferde (MedienCup, Burgpokal) müssen in ein Förderkonzept eingebunden werden, daß eine ständige Durchlässigkeit bis zum Championats-Kader gewährt
- Top-Pferde müssen in Deutschland gehalten werden - Besitzer-Gemeinschaften mit FN-Beteiligung sollten überlegt werden
- Runter vom hohen Ross - vielleicht können auch Deutschlands Reiter im Ausland etwas lernen - zum Beispiel in den Niederlanden
Es gibt keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken - aber es müssen die richtigen Schlüsse gezogen werden. Die alte FN-Formel "das sitzen wir auch noch aus" wird diesmal nicht reichen! Und die Chancen für einen Neuanfang sind gut: die Platzhirsche sind - notgedrungen - einen Schritt zurückgetreten; mit Klaus Roeser ist ein neuer, unvorbelasteter Mann an der Spitze des Dressur-Ausschusses und beim CDIO in Saumur hat der deutsche Dressur-Nachwuchs schon einmal bewiesen, was in ihm steckt. Dieser Nachwuchs sollte jetzt konsequent gefördert werden!
| Von: Andreas Kerstan
Windsor - Gold verloren oder Bronze gewonnen?
Das Weinen ist groß: die Dressur-Reiter schließen in einem EM-Mannschafts-Wettbewerb so schlecht wie nie ab. Erwartungsgemäß. Spätestens nach der Medikationsbedingten Suspendierung von Isabel Werth und dem verletzungsbedingten Ausfall von Herzrufs Erbe war klar, daß Gold in Windsor an die Niederlande gehen wird.Wer aber glaubt, daß alles nur auf ein wenig Pech zurückzuführen ist, der schaut ein wenig kurzsichtig auf die internationale Entwicklung. Spätestens seit Sjef Janssen wird das Unternehmen Dressur-Championat in den Niederlanden bestens durchgeplant: schon lange hat sich die KWPN-Zucht international verstärkt, dazu kommen Mäzene, die international Pferde einkaufen und die Top-Reiter beritten machen. Dazu kommt frühzeitige Sichtung, Förderung des Nachwuchses und beständige Konkurrenz auch innerhalb der Equipe-Reiter, die es möglich gemacht haben, daß die Niederlande in diesem Jahr mit zwei Gold-Equipen hätten an den Start gehen können.
Fest steht aber auch, daß die Niederlande nicht die einzigen bleiben, die Deutschland in Zukunft ernsthaft Konkurrenz machen wollen: Schweden und Dänemark, Großbritannien und Spanien gehen ähnlich proferssionelle Wege im Kampf um Championats-Ehren - ganz zu Schweigen von den USA, die mit Steffen Seidel beim Weltcup-Finale deutlich aufhorchen liessen.
In Deutschland hilft es jetzt nicht, lange in Wehklagen zu verfallen - die Bronzemedaille hat die deutsche Equipe gewonnen und nicht Gold verloren. Wenn es aber auch in Zukunft für deutsche Equipen zu Edelmetall reichen soll, dann ist jetzt entschlossenes Handeln gefordert:
- die hervorragenden Wettbewerbe für junge Reiter (Piaff-Förderpreis) und junge Pferde (MedienCup, Burgpokal) müssen in ein Förderkonzept eingebunden werden, daß eine ständige Durchlässigkeit bis zum Championats-Kader gewährt
- Top-Pferde müssen in Deutschland gehalten werden - Besitzer-Gemeinschaften mit FN-Beteiligung sollten überlegt werden
- Runter vom hohen Ross - vielleicht können auch Deutschlands Reiter im Ausland etwas lernen - zum Beispiel in den Niederlanden
Es gibt keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken - aber es müssen die richtigen Schlüsse gezogen werden. Die alte FN-Formel "das sitzen wir auch noch aus" wird diesmal nicht reichen! Und die Chancen für einen Neuanfang sind gut: die Platzhirsche sind - notgedrungen - einen Schritt zurückgetreten; mit Klaus Roeser ist ein neuer, unvorbelasteter Mann an der Spitze des Dressur-Ausschusses und beim CDIO in Saumur hat der deutsche Dressur-Nachwuchs schon einmal bewiesen, was in ihm steckt. Dieser Nachwuchs sollte jetzt konsequent gefördert werden!











